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Abbildung Eva Grubinger, Untitled (Egg), 2026, © VG Bildkunst, Bonn

Eva Grubinger

Cauda Pavonis


12. April__25.
 Mai 2026
in der Schlossküche – fürstliches Residenzschloss Detmold 

Eva Grubinger transformiert Dinge und Materialien, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, zu vieldeutigen Konstellationen. Durch ihre künstlerischen Eingriffe treten verborgene kulturelle Muster und historische Kontinuitäten hervor.

Der Ausstellungstitel Cauda Pavonis – der Pfauenschweif – bezeichnet in der Alchemie jenen Moment, in dem eine Substanz im Verlauf ihrer Umwandlung in schillernden Farben erscheint. Er markiert eine instabile Phase zwischen Auflösung und Neuformierung – einen Zustand, in dem sich Möglichkeiten öffnen, ohne bereits festgelegt zu sein.

Die historische Schlossküche des 17. Jahrhunderts – ein Ort der Hitze und der kontrollierten Transformation von Stoffen – bildet den Rahmen der Ausstellung. In ihr verdichten sich Fragen nach den Bedingungen von Verwandlung, nach Prozessen des Trennens, Umwandelns und Neuordnens.

Grubingers Arbeiten bewegen sich zwischen Alltagsgegenstand und rituellem Objekt. In ihnen überlagern sich unterschiedliche ikonografische und materielle Bezugssysteme und verweisen auf ein Denken, in dem Materie und Geist, Natur und Kultur nicht getrennt sind, sondern in wechselseitiger Abhängigkeit stehen.

In einer Gegenwart, die von Ressourcenextraktion, ökologischer Krise und einem instrumentellen Verhältnis zur Natur geprägt ist, gewinnt diese Perspektive an Dringlichkeit. Verwandlung erscheint hier nicht als abgeschlossener Vorgang, sondern als offener Prozess – und als Voraussetzung für eine andere Form des Zusammenlebens.

Ausstellungseröffnung
am 12. April 2026 um 11.30 Uhr in der Schlosskapelle
Es spricht: Carlota Gómez, Kuratorin Kunstverein Hannover
Die Künstlerin ist anwesend

Zwischenveranstaltung
am 26. April 2026 um 11.30 Uhr in der Schlosskapelle
Vortrag Dr. Michael Bischoff, Stadtmuseum Berlin

„Der Pfau im Reagenzglas“ 
Alchemie zwischen Magie, Naturwissenschaft und Kunst

Seit der Antike strebten Alchemistinnen und Alchemisten danach, den Aufbau der Materie und die Naturkräfte zu verstehen. Ihre Ziele waren die Umwandlung von unedlen Metallen in Silber und Gold sowie die Herstellung des sogenannten Steins der Weisen, der als Allheilmittel galt. An vielen Fürstenhöfen der Renaissance gefördert, leistete die Alchemie einen wichtigen Beitrag zur Herausbildung der modernen Naturwissenschaften. Dr. Michael Bischoff lädt ein zu einem Streifzug durch die Geschichte der Alchemie, durch ihre faszinierende Bilder- und Ideenwelt, die bis heute Kunstschaffende inspiriert und unsere Kultur prägt.

Finissage
am Pfingstmontag, 25. Mai, um 11.30 Uhr im Ausstellungsraum
Carlota Gómez im Gespräch mit Eva Grubinger

Weitere Infos: www.evagrubinger.com